Lungenfunktionsdiagnostik Durchführung

Die Lungenfunktion ist ein Verfahren zur Messung und Aufzeichnung des Lungen- bzw. Atemvolumens und dient der Erfassung der persönlichen Ventilationsgrößen.

Die Untersuchung setzt eine gute Mitarbeit des Patienten voraus, ist oft aber schon im 5. Lebensjahr durchführbar. Unseren erfahrenen Mitarbeiterinnen gelingt es regelmäßig, auch schon mit drei jährigen Kindern aussagekräftige Untersuchungen durchzuführen.

Die Patienten atmen über ein Mundstück in ein Gerät namens Spirometer, wobei ihre Nase mit einer Nasenklemme verschlossen wird. Dabei misst das Spirometer die Menge der geatmeten Luft und die Geschwindigkeit, mit der sie ein und aus geatmet wird. Das Volumen, das bei diesen Atemzügen bewegt wird, bildet das Gerät grafisch ab, so dass ein direkter Vergleich der Messwerte aus verschiedenen Tests erfolgen kann.

Noch genauere Daten lassen sich mit Hilfe der Bodyplethysmografie darstellen. Auch bei dieser Untersuchung wird zum einen die Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft gemessen. Der Patient sitzt dabei in einer speziellen, luftdicht abgeschlossenen Glaskabine ähnlich einer Telefonzelle. Er nimmt wie bei der Spirometrie ein Mundstück zwischen die Zähne und umschließt es fest mit den Lippen. Nun atmet er durch einen so genannten Pneumotachografen normal ein und aus. In der Kabine entstehen durch die Erweiterung des Brustkorbes bei der Einatmung bzw. durch Entleerung der Lungenbläschen (Alveolen) beim Ausatmen Druckunterschiede. Diese Druckunterschiede werden fortlaufend gemessen. Die Messungen liefern Ergebnisse über den Widerstand der Atemwege im Bereich der Bronchien sowie über die einzelnen Ventilationsgrößen und die Strömungsfähigkeit der Luft durch die Bronchien. Der Vorteil dieser Untersuchung ist, dass sie zum Teil unabhängig von der Mitarbeit des Patienten erfolgen kann. Außerdem ist das Atemmanöver ohne besondere Anstrengung möglich und damit eine wertvolle Ergänzung zum forcierten Atemmanöver bei der Spirometrie. Schließlich kann mit dieser Methode das so genannte Residualvolumen gemessen werden, also der Luftanteil, der in der Lunge nach vollständiger Ausatmung verbleibt. Das wiederum ist bei der Langzeitbeurteilung von Asthma von Bedeutung.

Um verborgene Funktionsstörung und versteckte Lungenschäden zu erfassen, wird nach der gewöhnlichen Ruhe-Messung eine Messung nach körperlicher Belastung, im allgemeinen einer Laufbelastung dem so genannten free running test, durchgeführt. So führt zum Beispiel bei vielen Asthmatikern körperliche Belastung und die damit verbundene schnelle Atmung zu einer Verengung der Bronchien insbesondere wenn die Luft trocken oder kalt ist (Anstrengungsasthma). Bei Betroffenen wird daher eine Messung nach körperlicher Anstrengung möglicherweise schlechter ausfallen als zuvor. Dies ist ein sehr wichtiger Test zur Verlaufskontrolle der Wirksamkeit der Asthmabehandlung.

Der Broncholysetest umfasst eine dritte Messung 10 Minuten nach Inhalation eines bronchial erweiternden Medikamentes und erlaubt Aussagen über den Grund der Atemstörung. Ist diese Messung deutlich besser als jene zuvor, gibt dieses einen Anhalt für den Grad der Einschränkung der Lungenfunktion, aber auch für das anzustrebende therapeutische Ziel der Asthmabehandlung.

 

Die Untersuchung in unserem Lungenfunktionslabor umfasst im allgemeinen alle beschriebenen Diagnostikschritte, wobei die Spirometrie in einem Messvorgang mit der Bodyplethysmografie erfolgt. Eine vollständige Untersuchung dauert etwa 60 bis 90 Minuten.